B.G. Turner

 

Leseprobe aus Lenny vom See "Die Quelle"

 Es war ein grauer Tag, neblig und nass, Regen prasselte an die Scheiben. Mr Yelland unterrichtete Geschichte, ein gähnend langweiliges Fach, fand Pete. Mit schwer gewordenen Augenlidern stierte er in die Klasse und kämpfte gegen die Müdigkeit an. Hinter ihm schnarchte leise Milt Miller. Am Nebentisch hatte Charly Walker seinen Kopf in die Hände gestützt und döste mit halboffenem Mund. Vorne dozierte Mr Yelland langatmig über die Viktorianische Ära. An den Tischen rechts von ihm wanderte ein heimlich zugeschobener Zettel aus den hinteren Reihen nach vorne zu Claire Nesbitt, die eine Zeitschrift auf dem Schoß hielt und sich Mühe gab, nicht beim Lesen erwischt zu werden. Sie saß auf Cyrils Platz.

Wie immer, wenn Pete an seinen besten Freund dachte, wurde er trübsinnig. Cyril war vor Kurzem nach London gezogen. Sein Vater arbeitete dort in einer Großbank, seine Mutter als Sozialarbeiterin in einer Kinder- und Jugendhilfe-Organisation. Zwar rief Cyril noch ab und zu bei Pete an, aber es war nicht mehr dasselbe wie vorher, als sie noch im selben Fußball-Team gespielt und für den Mirror, die Schülerzeitung, geschrieben hatten. Cyril für das Ressort Sport (er lieferte auch die Fotos), Pete für Politik.   Es klopfte. Die Köpfe flogen hoch.  Milt Millers Schnarchen brach abrupt ab.